Schonkost-Ernährung – Wirksamkeit, Einführung & Lebensmittel-Liste

Artikel aktualisiert am 29.09.2018

Schonkost-Ernährung

Schonkost-Ernährung

Häufig wird Schonkost mit wenig schmackhaftem Krankenhausessen assoziiert, doch das kann sicherlich als veraltet betrachtet werden.

Entsprechend durchgeführt, unterstützt Schonkost den Körper nicht nur bei akuten oder chronischen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, auch in Zusammenhang mit Lebensmittelunverträglichkeiten greifen Betroffene gerne auf schonende Kost zurück. Und selbst bei bester Gesundheit stellen ein paar Tage Schonkost eine Entlastung für das Verdauungssystem dar!

Was man unter Schonkost versteht, bei welchen Erkrankungen sie Abhilfe schaffen kann und wie die Einführung von Schonkost vonstatten gehen sollte, das erfährst du hier!

Was ist Schonkost?

In der Fachsprache wird Schonkost auch als leichte Vollwertkost oder leichte Kost bezeichnet. Man setzt für einen gewissen Zeitraum Lebensmittel auf den Speiseplan, die besonders schonend und leicht verdaulich sind. Auch die Zubereitungsart dieser ist relevant (dazu später mehr).

Merke: Ein schrittweises Vorgehen bei der Einführung von Schonkost erleichtert dem Verdauungssystem die Umstellung. Generell ist Schonkost ein weites Feld und reicht von flüssiger Nahrung bis hin zu einer vollwertigen leichten Vollkost – Art und Schwere der Erkrankung entscheidet darüber, was und wie gegessen wird.

Was bewirkt leichte Vollwertkost?

  • Schonkost entlastet das Verdauungssystem umfassend und ganzheitlich
  • Schonkost lindert bestehende Beschwerden im Magen-Darm-Trakt
  • Schonkost unterstützt den Körper dabei, wieder zu (mehr) Gesundheit zu gelangen

Bei welchen Symptomen und Erkrankungen kommt Schonkost zum Einsatz?

Bei akuten oder chronischen Erkrankungen kann Schonkost eine ganze Reihe von Symptomen lindern und kommt daher besonders gerne zum Einsatz.

Schonkost hilft bei:

  • Durchfall oder Verstopfung
  • Sodbrennen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Völlegefühl und Blähungen
  • Bauchschmerzen und Krämpfe

Krankheiten, bei denen leichte Kost häufig Anwendung findet:

  • Magen-Darm-Infekte
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie zum Beispiel Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • Magengeschwüre
  • Lebensmittelvergiftungen
  • Entzündungen der Magenschleimhaut
  • Reflux
  • Erkrankungen von Leber, Galle oder Bauchspeicheldrüse
  • Reizdarmsyndrom

Eine schrittweise Einführung ist sinnvoll

Schonkost fußt auf den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Demnach versteht man darunter eine vollwertige ausgewogene Ernährung, die aus einem geeigneten Verhältnis von Kohlehydraten, Fetten und Eiweißen besteht.

Etwa 50-55 Prozent der zugeführten Lebensmittel bilden Kohlenhydrate, 30 Prozent sollten aus Fetten bestehen und die übrigen 15-20 Prozent aus Eiweißen.

Bei der Einführung von Schonkost wird am besten Schritt für Schritt vorgegangen.

Drei Stufen haben sich bewährt:

1. Stufe

Die erste Stufe bei der Umstellung auf eine leichte Vollwertkost wird scherzhaft auch als „Teepause“ bezeichnet. Über einen Zeitraum von nicht länger als 1-2 Tagen führt man dem Körper viel Flüssigkeit in Form von Tee und stillem Wasser zu. Kräuter- oder sanfter Früchtetee sind besonders geeignet.

Geht der Ernährungsumstellung eine akute Erkrankung mit Durchfall und Erbrechen voraus, kann – um Dehydrierung vorzubeugen – Traubenzucker und/oder Salz in kleinen Mengen (4 Gramm Traubenzucker/eine Prise Salz) beigefügt werden. Gegessen werden sollte in dieser ersten Phase der leichten Kost möglichst wenig.

Um Hunger zu stillen, kann auf Banane, Zwieback oder Haferschleim (auf Basis von Haferflocken und Wasser) zurückgegriffen werden.

2. Stufe

Zusätzlich zu leicht verdaulichen Kohlenhydraten (Kartoffeln, Reis, manche Gemüsesorten) nimmt man etwas Eiweiß zu sich. Fette werden noch möglichst außen vor gelassen.

Geeignete Nahrungsmittel innerhalb dieser zweiten Phase der Schonkost sind etwa Kartoffelpüree, Nudeln, Suppen auf Basis von leichtem Gemüse (Achtung: Kein Fett zugeben!), Breie auf Basis fettarmer Milch sowie leichtes Obstpüree oder -kompott. Auch diese Phase zieht sich nur über wenige Tage. Eine geeignete Dauerernährung ist sie also auf keinen Fall.

3. Stufe

In dieser letzten Phase der Schonkosteinführung greift man auch wieder auf Nahrungsmittel zurück, die Ballaststoffe enthalten (geschrotetes Getreide zum Beispiel), erhöht den Eiweißanteil und führt auch Fette ein.

Gekochte Eier, (fettarme) Milch und Milchprodukte, gekochter Fisch/gekochtes Fleisch oder fettarmer Schinken stehen jetzt am Speiseplan. Auch pürierte Gemüsesuppen vertragen wieder ein wenig Sahne. Fettarmes Gebäck (aus Hefe oder Biskuit) darf ebenfalls gegessen werden.

Tipps zur Zubereitung

  • Die Speisen sollten gedämpft, gedünstet, gekocht oder kurz gegrillt werden. Panieren, braten, frittieren oder räuchern ist kontraproduktiv.
  • Bei Schonkost ist die Zubereitungsart der Nahrungsmittel ein wesentlicher Punkt. Rohes Gemüses und auch manche rohe Obstsorten belasten das Magen-Darm-System. Deshalb ist es ratsam, Gemüse zu kochen/dünsten oder zu pürieren (Suppen) und auch auf Obst in Püree- oder Kompottform zurückzugreifen. 
  • Zerkleinern: Werden die Nahrungsmittel schon im Vorfeld gewissenhaft zerkleinert (dazu zählt auch das lange und bewusste Kauen), erspart das dem Verdauungsapparat eine ganze Menge Arbeit. Das entlastet den Magen-Darm-Trakt deutlich!
  • Mehr ist mehr: Besser mehrere Portionen über den Tag verteilt zu sich nehmen und diese dafür nicht zu üppig ausfallen lassen! Sechs kleinere Mahlzeiten sind empfehlenswert. Dazu sollte ausreichend Flüssigkeit in Form von Tee und Wasser getrunken werden. Das wirkt sich nämlich sofort positiv auf die Verdauung aus.
  • Mild würzen: Zum Würzen sollte ausschließlich auf milde (und wenn möglich frische) Kräuter zurückgegriffen werden. Bewährt haben sich Fenchel, Kamille, Kümmel, Koriander oder Anis. Zu vermeiden sind scharfe Gewürze wie Knoblauch, Pfeffer oder Chili.

Diese Lebensmittel eignen sich zur leichten Vollwertkost

  • Getränke: stilles Wasser, Tees (Fenchel, Kümmel, Anis, Brennessel, Kamille, Heidelbeere,…), Getreidekaffee, verdünnte Gemüse- und Obstsäfte
  • Milch/Milchprodukte: fettarme Milch und Milchprodukte; milde Käsesorten (Frischkäse, Hüttenkäse), manche Schimmel- oder Weichkäsearten enthalten ebenso eher weniger Fett
  • Getreide: Vollkorntoast, Zwieback, Knäckebrot, Weißbrot, etwas älteres Brot, Getreideflocken
  • Beilagen: Kartoffeln (Brei, Klöße, Pellkartoffeln), Reis, Nudeln, Grieß
  • Gemüse: Kartoffeln, Brokkoli, Erbsen, grüner Salat, Fenchel, Karotten, Kohlrabi, Kürbis, Zucchini, Tomaten
  • Obst: Apfel, Banane, Birne, Beeren, Melone
  • Fisch/Fleisch/Eier: Fettarmes (Muskel-)Fleisch von Rind, Kalb, Geflügel oder Rind; Geflügelwurst, Kochschinken, Corned Beef, magerer Fisch, Schalen- und Krustentiere, weiche Eier, fettarmes Rührei
  • Aufstriche/Süßes: Marmelade, Fruchtgelee, Honig, Bananen-Chips, Fruchtriegel, Fruchtgummi
  • Kuchen/Gebäck: fettarmer Rührkuchen, Biskuit, Käsekuchen, leichter Hefekuchen, Obstkuchen, Baiser, Butterkekse

Wie lange ist Schonkost sinnvoll?

Ratsam ist es auf jeden Fall, sich bezüglich der Dauer von Schonkost mit seinem Arzt oder Ernährungsberater abzusprechen. Viele Menschen greifen so lange auf Schonkost zurück, bis ihre Beschwerden abgeklungen sind. Das können wenige Tage oder auch 2-3 Wochen sein.

Wichtig: Die ersten zwei Stufen einer leichten Vollwertkost stellen keine geeignete Dauerernährung dar und sollten daher in wenigen Tagen abgeschlossen sein.

Bei chronischen Erkrankungen, dazu zählen in erster Linie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, können Variationen der Schonkost auch eine Dauerlösung über Jahre darstellen.

Da die heutige moderne leichte Kost sehr gesund und ausgewogen ist, ist eine Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen und Vitaminen gegeben. Eine ärztliche Abklärung/Begleitung muss aber auf jeden Fall stattfinden.


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