Fructoseintoleranz – Richtige Ernährung während der Karenzphase

Artikel aktualisiert am 01.04.2018

FructoseintoleranzReagiert man beim Genuss von Obst, vielen Gemüsesorten, aber auch Getränken oder Fertigprodukten mit deutlichen Symptomen im Magen-Darm-Bereich, könnte das auf eine Fruktoseintoleranz hinweisen. Ein Test bringt Klarheit.

Ist der Verdacht der Fruchtzuckerunverträglichkeit bestätigt, gilt es, die Ernährung langfristig so fruktosearm wie möglich beziehungsweise nötig zu gestalten. Nachdem in vielen Lebensmitteln des täglichen Gebrauchs Fruktose zu finden ist, ist das gar nicht so einfach.

In jedem Fall empfiehlt es sich, eine Karenzphase einzuhalten, bevor die individuelle Toleranzgrenze für Fruchtzucker ausgetestet wird. So kann der Darm im Vorfeld zur Ruhe kommen. Wie solch eine Karenzphase aussieht, erfahren Sie nachfolgend.

Fruktoseintoleranz: Umstellung der Ernährung

Die Therapie bei Fruchtzuckerunverträglichkeit geht mit einer Umstellung der Ernährung einher. Dies ist ein über mehrere Wochen beziehungsweise Monate laufender Prozess, der sich grundsätzlich in drei Stadien unterteilen lässt:

  • Karenzphase: In dieser Zeit sollte der Genuss fruktosehaltiger Lebensmittel gänzlich bzw. so weit möglich ausbleiben. Die Dauer der Karenz ist auf etwa zwei bis vier Wochen beschränkt.
  • Testphase: Hier kommt es zum schrittweisen Einführen fruktosehaltiger Lebensmitteln, um die individuelle Toleranz zu ermitteln. Diese Phase erstreckt sich auf bis zu fünf Monate.
  • Dauertherapie: Diese fußt auf dem Ausmaß der individuellen Menge an Fruchtzucker, die vertragen wird. Der Betroffene hat ein Gespür dafür entwickelt und kann seine Ernährung im Alltag danach ausrichten.

Es empfiehlt sich, diesen Prozess entsprechend therapeutisch (Ernährungsberatung) begleiten zu lassen.

Fruktoseintoleranz und Karenz: Wie viel Fruktose ist erlaubt?

Grundsätzlich dient die Karenzphase einem bestimmten Zweck: Der Magen-Darm-Bereich soll zur Ruhe kommen und sich so weit wie möglich regenerieren. Das macht es nachfolgend möglich, die individuelle Toleranzgrenze für Fruchtzucker zu ermitteln. Durch den vorherigen Verzicht auf Fruktose weist der Darm in der Testphase ein gutes Maß an Stabilität auf.

Dass viele Produkte des täglichen Lebens Fruktose enthalten, macht die Karenzphase nicht unbedingt zu einem Kinderspiel. Manche Fachleute meinen, dass Fruchtzucker in geringem Ausmaß auch in der Karenzphase in Ordnung beziehungsweise nicht wirklich vermeidbar sei. Hier scheiden sich die Geister!

Im Grunde genommen kann die individuelle Toleranzgrenze umso besser ermittelt werden, je weniger der Darm die Wochen zuvor mit Fruktose belastet wurde.

Dass es in der Praxis unmöglich ist, in der Karenzphase tatsächlich 0,0 Prozent Fruchtzucker zu sich zu nehmen, ist unbestritten. Dennoch muss einem daran gelegen sein, die Aufnahme von Fruktose in dieser Zeit so weit wie möglich gegen Null zu reduzieren.

Die Tagesdosis sollte in jedem Fall unter 2 Gramm Fruchtzucker bleiben!

Karenzphase: Geeignete Lebensmittel

In jeder Nahrungsmittelgruppe gibt es Produkte, die während der Karenzzeit kein Problem darstellen, da sie keine oder kaum Fruktose enthalten und solche, von denen man besser die Finger lässt.

So ist es grundsätzlich gut möglich, die Ernährung auch während der Karenzphase abwechslungsreich zu gestalten.

Einen Überblick über geeignete und weniger geeignete Lebensmittel in der Karenzphase möchten wir folgend gerne geben und sind in Listenform in der Fructose-Tabelle verzeichnet.

Obst, Gemüse, Kräuter und Gewürze

Gemüse sollte grundsätzlich gekocht werden. Gut verträglich sind Kartoffeln oder Pastinaken.

Durch vorheriges Wässern (etwa 24 Stunden lang) kann man die Bekömmlichkeit noch steigern, da der Knolle Wasser entzogen wird. Auch Produkte aus Kartoffeln (Brei, Puffer, Spalten,…) dürfen verzehrt werden. Hier ist allerdings darauf zu achten, dass selbst gekocht wird. Fertigprodukte beinhalten zu viele Zusatzstoffe, hier kann sich leicht Fruktose verstecken.

Obst in der Karenzphase unbedingt meiden! Das gilt auch für Trockenfrüchte!

Kräuter und Gewürze peppen die Speisen auf. Vermeiden sollten Sie in jedem Fall Kräuter- oder Gewürzmischungen sowie Instant-Gemüsebrühen. Auch auf Paprikapulver, Schnittlauch, Bärlauch oder Knoblauch sollten Sie während der Karenzphase verzichten.

Unbedenklich sind hingegen Salz, Pfeffer, Kümmel, Koriander und Kurkuma sowie klassische Küchenkräuter wie Petersilie, Dill, Rosmarin, Thymian, Oregano, Basilikum, Salbei oder Zitronenmelisse.

Getreide, Brot und Backwaren

Meiden Sie unbedingt Vollkornprodukte aller Art, greifen Sie stattdessen auf Produkte aus Auszugsmehl (Dinkel 630, Weizen 405) zurück. Ebenfalls bekömmlich in der Karenzphase sind Reis, Grieß, Hirse und auch Polenta.

Süße Backwaren (Kuchen, Kekse, Gebäck) sind während der Karenzphase tabu, hier findet sich meist (versteckte) Fruktose. Studieren Sie die Zutatenliste bei Fertigprodukten ganz genau. So wird zum Beispiel gerne Lupinenmehl als Feuchthaltemittel zugesetzt. Dieses ist fruktosehaltig. Vorsicht auch bei Müsli (Mischungen, Riegel).

Tierische Produkte

Fisch, Fleisch und Eier sind in der Karenzphase problemlos, da sie keine Fruktose enthalten. Dasselbe gilt grundsätzlich für Milchprodukte wie Butter, Joghurt, Käse, Milch und Co.

Hier muss aber unbedingt darauf geachtet werden, dass diese in ihrer Reinform Anwendung finden und nicht extra gesüßt oder gemixt sind (zum Beispiel mit Fruchtmus o.ä.). Bei Bedarf kann man sich mit fruktosefreien Süßungsmitteln (Reissirup, Dinkelsirup oder Traubenzucker etwa) selbst behelfen.

Es ist zu bedenken, dass Fruktoseintoleranz und Laktoseintoleranz durchaus auch gekoppelt auftreten können. Ist dies der Fall, muss man auf laktosefreie Produkte umsteigen.

Getränke

Bei bestehender Fruktoseintoleranz sind gerade auch in der Karenzphase (Mineral-)Wasser sowie Kräutertee, Milch pur und Ayran (Joghurt, Wasser und Salz) zu empfehlen.

Schwarztee und Kaffee sollten wegen des beinhalteten Teins beziehungsweise Koffeins nur in Maßen genossen werden. Auf Kakao muss man zwar nicht verzichten, allerdings sollte dieser aus Milch, echtem Kakao und Traubenzucker selbst gemixt werden. Fertige Trinkmischungen wie Nesquick und Co. bitte aufgrund versteckter Fruktose meiden!

Gerade in der Karenzphase muss unbedingt auf gesüßte (Frucht-)Säfte, Limonaden, Früchtetees und Tees mit Süßholzwurzel verzichtet werden.

Sonstiges

Gut verträglich bei Fruktoseintoleranz sind Knabberein wie Reiswaffeln, Salzstangen oder gesalzene Chips. Dies selbst in der Karenzphase. Studieren Sie aber in jedem Fall die Zutatenliste!

Achtung: Fertigsaucen, Dressings, Ketchup und Mayonnaise enthalten häufig (versteckte) Fruktose.

Pflanzliche Fette wie Speiseöle (ohne Zusätze!) oder Margarine eignen sich in der Karenzphase besonders gut.

2 Comments
  1. Hallo, wie sieht es denn mit Nüssen in der Karenzphase aus?

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