Sorbitintoleranz


Sorbitunverträglichkeit

Sorbitintoleranz ist kein seltenes Phänomen

Kommt es nach dem Genuss spezieller Lebensmittel zu Problemen im Magen-Darm-Trakt, liegt die Vermutung einer Unverträglichkeit nahe.

Und so manches Mal tritt dieser nicht in Form einer Laktose- oder Fruktoseintoleranz in Erscheinung, es ist vielmehr Sorbit bzw. Sorbitol, der nicht vertragen wird.

Ein Ernährungstagebuch kann helfen dem Übeltäter auf die Schliche zu kommen. In jedem Fall sollte ein Arzt beziehungsweise Ernährungsberater konsultiert werden.

Rolle von Sorbit im menschlichen Körper

Bei einer Unverträglichkeit gegen Sorbit, kann dieser im Dünndarm nicht entsprechend aufgenommen werden.

Somit landet er unverdaut im Dickdarm und bereitet dort Schwierigkeiten: Bakterien zersetzen Sorbit und als Folge entstehen unverhältnismäßig große Mengen an Gasen. Betroffene quälen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich.

Wie auch Fruktose, zählt Sorbit zu den Zuckeraustauschstoffen. Er entsteht als Zwischenprodukt im Kohlenhydratstoffwechsel. Da bei diesem kein Insulin benötigt wird, kommt Sorbit häufig in Diabetikerprodukten zum Einsatz. Chemisch betrachtet zählt er zu den Alkoholen, weswegen man ihn umgangssprachlich auch häufig als Zuckeralkohol bezeichnet.

Merke: Sorbit kommt in natürlicher Form in diversen Nahrungsmitteln vor (dazu später mehr). Chemisch hergestellt fungiert er als Träger- oder Feuchthaltestoff in verschiedensten Lebensmitteln.
Auf der Zutatenliste verbirgt er sich in dem Fall hinter der Nummer E 420 oder auch den Bezeichnungen Sorbitol oder Glucitol.

Symptome einer Sorbitintoleranz

Der Körper reagiert auf den Genuss sorbithaltiger Lebensmittel mit einer ganzen Reihe an unangenehmen Symptomen, die in ihrer Stärke und Ausprägung variieren können.

Die gängigsten Anzeichen sind:

  • Bauchschmerzen/Bauchkrämpfe
  • Durchfall oder auch Verstopfung
  • Blähbauch und Blähungen
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Schwindel
  • Auf lange Sicht eventuell auch: Nährstoffeinbußen, Mangelerscheinungen

Diagnose einer Sorbitunverträglichkeit

Einen ersten Hinweis liefert die Selbstbeobachtung. Treten nach Genuss diverser Lebensmittel Beschwerden auf, ist es sinnvoll, genaue Aufzeichnungen darüber zu führen.

Danach sollte ein Facharzt (Gastroenterologe oder Internist) aufgesucht werden. Im Rahmen der gängigen Möglichkeiten zur Diagnosefindung (Anamnese/körperliche Untersuchung/Blutbild/Ultraschall/Koloskopie/…) testet dieser vermutlich auch auf Intoleranzen oder Allergien.

Merke: Falls keine Sorbitintoleranz im Fokus steht, solltest du unbedingt darauf aufmerksam machen. In der Praxis wird diese Unverträglichkeit neben Fruktose- und Laktoseintoleranz nämlich häufig übersehen.

H2-Atemtest

Um eine eventuelle Sorbitunverträglichkeit festzustellen, kommt der H2-Atemtest zum Einsatz. Dieser baut auf dem Fakt auf, dass bei einer Intoleranz gegen Sorbit, dieses (nahezu) unverdaut in den Dickdarm gelangt und dort abgebaut werden muss.

Dabei entstehen unverhältnismäßig große Mengen an verschiedenen Gasen, unter anderem Wasserstoff (H2). Über die Blutbahn gelangt der Wasserstoff in die Lunge und wird schlussendlich ausgeatmet.

Steigt der Wasserstoffwert in der Atemluft nach Gabe von Sorbit also signifikant an und treten parallel dazu Symptome auf, kann von einer Unverträglichkeit ausgegangen werden.

Ablauf des Sorbitintoleranz-Tests

Zunächst wird mit Hilfe eines speziellen Messgerätes der H2-Wert in der Atemluft gemessen und notiert. Im Anschluss werden dem Patienten 5mg Sorbit (in Wasser oder Tee gelöst) verabreicht.

In einem Abstand von jeweils 20 Minuten wird folgend über 3 Stunden lang der Wasserstoffwert in der Atemluft ermittelt. Zusätzlich werden durch die Sorbitaufnahme bedingte körperliche Beschwerden protokolliert.

Steigt die H2-Konzentration in der Atemluft signifikant an, gilt die Unverträglichkeit von Sorbit als bestätigt.

Damit der Test sichere Ergebnisse liefert, müssen einige Maßnahmen beachtet werden:

  • Etwa 12 Stunden vor der Testung sollte nicht mehr geraucht werden
  • Der Patient muss darauf achten, nüchtern zu sein (etwa 12 Stunden vor dem Test darf nur noch Wasser getrunken werden)
  • Bis zu einer Woche vor der Testung darf kein Antibiotikum eingenommen werden; ebenso wenig sollte eine Kontrastmitteluntersuchung stattgefunden haben
  • Keine körperliche Verausgabung vor der Untersuchung oder währenddessen

Therapie und Ernährungsumstellung

Da eine Sorbitintoleranz nach aktuellem Stand der Medizin als unheilbar gilt, können Symptome nur dann gering gehalten werden, wenn auf sorbithaltige Lebensmittel weitestgehend verzichtet wird.

Wo genau die individuelle Toleranzgrenze liegt, ist sehr verschieden. So vertragen manche Menschen geringe Mengen an Sorbit, während andere auch hier schon mit heftigen Symptomen reagieren.

Nach der Diagnose empfiehlt es sich, eine Zeitlang auf sämtliche Lebensmittel mit Sorbit zu verzichten. Danach kann vorsichtig die jeweilige Toleranzmenge ermittelt werden.

Um ein Gefühl für sorbitfreie sowie sorbithaltige Lebensmittel zu entwickeln, sollte eine Ernährungsberatung in Anspruch genommen werden.

Ernährung bei Sorbitintoleranz

Die nachfolgende Tabelle zeigt Auswahl entsprechender Lebensmittel, die sorbitfrei beziehungsweise sorbithaltig sind.

Sorbitfreie LebensmittelSorbithaltige Lebensmittel bzw. genau zu prüfen
Obst: Ananas, Kiwis, Bananen, Wassermelonen, ZitronenObst: Äpfel, Birnen, Kirschen, Pfirsiche, Datteln
Gemüse: Erbsen, Kürbis, Salat, Tomaten, ZucchiniGemüse: Auberginen, Brokkoli, Fenchel, Paprika, Rosenkohl
Getränke: Wasser, Kaffee, Tee, naturbelassene Säfte aus sorbitfreiem ObstGetränke: Bier, Wein, Light-Getränke, Saft aus sorbithaltigem Obst
Milch/Milchprodukte/Käse: Milch ist sorbitfrei → alle diesbezüglichen Lebensmitteln ohne Zusätze (Milch, Molke, Buttermilch, Sahne, Joghurt, diverse Käsesorten)Milch/Milchprodukte/Käse: Fruchtjoghurt, Fruchtmolke oder Eis mit Früchten, sofern das Obst sorbithaltig ist
Fleisch/Wurst/Fisch: Fleisch und Fisch sind unverarbeitet sorbitfreiFleisch/Wurst/Fisch: Paniertes, Fertiggerichte, Leberwurst, Kochwurst, Mortadella
Aufstriche/Süßes: Erdnussbutter, Honig, Konfitüren aus sorbitfreiem Obst, reine Schokolade, TraubenzuckerAufstriche/Süßes: Konfitüren für Diabetiker oder solche aus sorbithaltigem Obst, Müsliriegel, zuckerfreier Kaugummi, gefüllte Schokoladen

4 Comments
  1. Ein sehr verständlicher Beitrag. Ich bin froh, dass ich nach den ganzen Tests auch den Sorbittest gemacht habe. Ich habe seit ich denken kann, öfter mal bauchkrämpfe und Magenschmerzen. Seit ich im Hormonwechsel bin kommen Schwindel, und öfter als je zu vor, auch Durchfall und Kopfschmerzen dazu.
    Leider wird man vor der Untersuchung nicht so aufgeklärt wie hier im Beitrag. Auch in Bezug auf das was man davor nicht machen sollte.
    Komischerweise schmecken mir viele sorbithaltige Lebensmittel schon von Kindheit an nicht wirklich. Mit Äpfel und Birnen und Auberginen quäle ich mich schon lange rum ?
    Eigentlich müsste dieses Wissen in Alters- und Pflegeheimen, in Krankenhäusern und an Schulen durchgeführt werden. Das würde lebenslange Qualen und im Heim Stürze durch Schwindel verursacht, verhindert werden.

  2. Danke für den Beitrag, bin selbst betroffen. Vieles trifft auch bei mir zu. Man muß sich selbst beobachten und danach handeln. Die Menge macht es. Danke

  3. Vielen Dank für den Beitrag. Leider findet man zu diesem Thema nicht wirklich viel und vor allem aktuelles im Internet. Ich bin auf Sorbit positiv getestet worden und anschließend von meinen Ärzten (Hausarzt + Gastroenterologe) im Stich gelassen worden. Von den Ärzten habe ich zu hören bekommen, „ich solle mal googeln was ich essen darf und was nicht. Prima, gell???

  4. Es stimmt, viel findet man nicht, über die Probleme mit Sorbit. Ich hatte das Glück, dass mir meine Dipl.Oec.Troph. vor einigen Jahren gesagt hatte (auf meine Frage, warum immer noch viele Problem trotz Laktosevermeidung etc.), dass mit LI häufig auch FI einhergeht und ich solle meine Obstmengen reduzieren und die Sorten entsprechend wählen. Ausserdem sei eben häufig auch eine Unverträglichkeit für Sorbit u.U. anderen Zuckeralkoholen in diesen Fällen beobachtet worden.
    Soweit so gut, man kauft eben keine Produkte wie Süssigkeiten u.a. mehr in denen Sorbit/ Sorbitol ist. Wurde ja vieles besser, nur ein Problem blieb immer noch jede Nacht beim Bettgehen – plötzliche Unruhe im Bauch, obwohl vorher alles ruhig war.
    Ja, wo ist denn der Unterschied zwischen vertikaler und horizontaler Betriebslage des Bodys??
    Die Lösung fand ich später in einem Forum und die verblüfft mich immer noch: nix Betriebslage, Zähneputzen war der Grund. Wer kommt denn darauf?! Man isst doch keine Zahnpasta und selbst, würde man versehentlich etwas schlucken – absolut Minimal. Offensichtlich genügen die winzigen Mengen, aufgenommen durch die Schleimhäute für diesen Ärger, denn mit Sorbitfreier Zahnpasta ist es weg.
    Nur, das läuft wohl kaum über die Verdauung, sondern irgendwie über den Blutkreislauf, aber kenne mich da nicht genug aus.
    Vor 2/3 Monaten habe ich mich völlig „abgeschossen“ und unglaubliche Schwindelanfälle, meisst im Bett, bekommen (und nicht von meinem Kreislauf, der ist OK).
    Letztlich war die Ursache, dass ich Stiftung Warentest gelesen hatte und dabei herausfand, dass Mundspülungen für € 0,75 deutlich bessere Noten hatte, als meine Meridol für € 4,50. Und da ich in etwas zu der Zeit einen grippalen Effekt bekam, hatte ich die Schwindel und Bauchprobleme nicht mit der Spülung in Zusammenhang gebracht und offensichtlich war ich beim Kauf zu blöd die Beschreibung zu lesen. Die Flasche war aus und ich ahnte immer noch nichts, sondern freute mich, dass alles besser wurde (wieder Meridol). Nur beimTesten der nächsten Sorte Spülung (Lidl) war ich gesund, deshalb hat es nach 3 Tagen „geklickt“ und ich endlich gelesen.
    Allerding waren dann weitere 2 Wochen nötig, bis die Schwindelanfälle ganz weg waren. Vielleicht war beim 2. Mal der Effekt auch deswegen stärker, da diese Sorte mit Alkohol war und ich bestimmt keinen vertrage, wenn ich mein Leben lang keinen trinke. Ich bemerkte halt, dass nach der Mundspülung der komische Geschmack und eine Art brennen ich Mund annähernd 1 Stunde anhielt.
    Vielleicht hilft ja so ein langer Roman hier irgendjemand mit ähnlichen Problemen. Ich habe für manche dieser Erkenntisse doch Jahre „verbraten“.
    lg

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