Galaktoseintoleranz


Lebensmittelintoleranzen sind in unseren Breitengraden leider immer häufiger anzutreffen. In manchen Fällen beeinträchtigen sie betroffene Personen von Beginn an. Dies ist beispielsweise bei einer Galaktoseintoleranz (auch als Galaktosämie bezeichnet) der Fall.

Bei der angeborenen, erblich bedingten Erkrankung, kommt es durch eine Herabsetzung der Funktion verschiedener Enzyme zu Schwierigkeiten in Bezug auf Galaktose im Körper.

Diese kann nicht mehr entsprechend abgebaut bzw. umgewandelt werden. Unangenehme Symptomatik und bleibende Schäden können die Folge sein.

Erfahre nachfolgend mehr zur Galaktoseunverträglichkeit und anderen Lebensmittelunverträglichkeiten.

Rolle von Galaktose im menschlichen Körper

Galaktose ist ein Einfachzucker (Monosaccharid) und wird auch als Schleimzucker bezeichnet.

Der menschliche Körper ist in der Lage, sie selbständig herzustellen beziehungsweise wird Galaktose darüber hinaus hauptsächlich über Milchprodukte aufgenommen.

Menschliche Muttermilch enthält zum Beispiel einen hohen Anteil an Galaktose. Auch andere Nahrungsmittel können gewisse Mengen an Galaktose aufweisen (dazu später mehr).

Als Einfachzucker hat Galaktose – umgewandelt in Glukose – große Bedeutung für den Insulinstoffwechsel und damit für Prozesse in Bezug auf die Gehirnleistung.

In seiner freien Form ist der Schleimzucker für den Körper allerdings hochgradig giftig!

Funktionieren Abbau von Galaktose bzw. die Umwandlung des Einfachzuckers in Glukose nicht richtig, lässt eine entsprechende Symptomatik im Regelfall nicht lange auf sich warten!

Demnach werden Anzeichen einer Galaktoseintoleranz häufig bereits mit der ersten Milchgabe deutlich!

Symptomatik einer Galaktoseintoleranz

Je nach Ausprägung des Defekts können auftretende Symptome variieren.

Die gängigsten Anzeichen sind:

  • Nahrungsverweigerung nach erster Milchzufuhr
  • Gedeihstörungen
  • Leber-/Milzvergrößerung
  • Linsentrübung durch Ansammlung von Galaktitol in den Augenlinsen
  • Starkes Erbrechen, heftige Durchfälle, Dehydrierung
  • Schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen
  • Irreparable Störungen des Nervensystems (Störungen der Feinmotorik, geistige Retardierung)

Bei erblich bedingter Galaktoseintoleranz wird die Symptomatik häufig bereits mit dem ersten Stillen bzw. der Gabe von Säuglingsmilch deutlich.

Im Laufe der ersten Lebenswochen des Säuglings ist die Erkrankung in den meisten Fällen offensichtlich.

Im Rahmen eines Neugeborenenscreenings wird im Regelfall übrigens in den ersten Lebensstunden standardmäßig die Konzentration von Galaktose im Blut gemessen.

Entstehung einer Galaktosämie

Bei einer Galaktoseintoleranz ist der Galaktosestoffwechsel aufgrund des vollständigen bzw. teilweisen Fehlens bestimmter Enzyme gestört.

Am häufigsten (1 von 40.000 Neugeborenen[1]) liegt ein Mangel an Galaktose-1-Phosphat-Uridyltransferase (Transferasemangel) vor. Je nach Ausprägung (vollständiger oder partieller Mangel) variiert die Symptomausprägung.

Auch der Mangel von zwei weiteren Enzymen (Galactokinase oder UDP-Galaktose-4-Epimeras) bewirkt eine Galaktosämie. Dies kommt jedoch weitaus weniger häufig vor, da der Mangel hier sehr ausgeprägt sein muss, um klinische Schäden zu bewirken.

Diagnose einer Galaktoseintoleranz

Wie bereits erwähnt, gehört eine Blutuntersuchung auf Galaktose zum Neugeborenenscreening (Beutler Test).

Hierbei wird aus der Ferse des Säuglings Blut entnommen und im Labor untersucht. In vielen Fällen bestätigt das Ergebnis eine schon vermutete Galaktoseintoleranz, in anderen (leichteren) Fällen, wird eine solche erkannt und kann entsprechend behandelt werden.

Auch die Konzentration von Galaktose im Urin gibt Hinweise auf die Stoffwechselstörung.

Behandlung und Ernährungsumstellung

Bei einer festgestellten Galaktoseintoleranz ist sofortiger Verzicht auf alle galaktose- sowie laktosehaltigen Lebensmittel angezeigt.

Säuglinge müssen fortan mit spezieller Nahrung (auf Fruktose- oder Sojabasis) ernährt werden, da auch Muttermilch Galaktose enthält. Das ganze Leben lang muss die spezielle Diät beibehalten werden.

Da der Körper Galaktose jedoch auch eigenständig produziert, können Folgeerkrankungen dadurch nicht in jedem Fall ausgeschlossen werden.

Galaktosehaltige Nahrungsmittel

Zunächst ist auf Milchprodukte aller Art zu verzichten, da Galaktose einerseits in Laktose vorkommt, im menschlichen Körper Laktose andererseits wiederum in Galaktose und Glukose aufgespalten wird.

Auch darüber hinaus gibt es Lebensmittel, die vermieden bzw. eingeschränkt werden müssen, da sie galaktosehaltig sind.

Dies sind beispielsweise:

  • Bohnen
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Sojabohnen und deren Erzeugnisse)
  • Innereien
  • Tomaten
  • Papaya, Bananen, Wassermelone, Datteln
  • Wurst, Brot und Nudeln sind mit Vorsicht zu genießen, da Milchpulver zugesetzt sein kann
  • Bier und Wein


Quellenangaben:


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