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Histaminintoleranz ©

Histaminintoleranz - Was ist eine Histaminose

Bei allergischen Reaktionen spielt Histamin als Botenstoff eine wichtige Rolle. Es ist für eine Vielzahl der allergischen Symptome mitverantwortlich. Es ist jedoch auch möglich, dass durch hohe Histaminspiegel im Blut allergische Symptome auftreten, ohne dass eine Antigen-Antikörper-Reaktion wie bei einer „richtigen“ Allergie stattgefunden hat. Solche Reaktionen treten bei Zufuhr sehr histaminreicher Lebensmittel auf oder wenn Lebensmittelzusatzstoffe oder Medikamente eingenommen werden, die die Histaminfreisetzung begünstigen. 

Das Enzym Diaminoxidase baut Histamin ab. Wenn dessen Funktion eingeschränkt ist, können auch kleinere Histaminbelastungen zu allergischen Symptomen führen. Etwa 1 % der Bevölkerung weisen eine solche Histaminintoleranz auf. Fatal ist, dass nicht nur die aufgeführten Lebens- und Arzneimittel die Histaminwerte im Blut erhöhen und damit Symptome auslösen können, sondern dass auch körperliche Anstrengungen und seelische Belastungen zu einer vermehrten Histaminfreisetzung führen. Daher ist sehr leicht eine Verwechselung mit dem „richtigen Reizdarm“ möglich.

Wenn besondere Unverträglichkeiten bei Lebensmitteln, Zusatzstoffen und/oder Medikamenten der aufgeführten Listen bestehen, ist an eine solche Histaminose zu denken. Bestimmte Medikamente fördern die Freisetzung von Histamin (z.B. ASS, NSAR und Muskelrelaxantien), andere hemmen die Diaminoxidase und damit den Abbau des Histamins (siehe Tabelle).

Leckerer Roquefort-Käse und ein Glas Wein – für Menschen mit Empfindlichkeit auf Histamin kann das problematisch werden

Histaminintoleranz - Tab.: Histaminreiche oder –freisetzende Lebensmittel

Histaminintoleranz - Tab. Zusatzstoffe, die bei Histaminintoleranz ungünstig sind

Benzoesäure und dessen Salze

E 210-219

Sorbinsäure  

E 200-203

Sulfite (Schwefelverbindungen in Wein und Trockenobst)

E 221-228

Glutamat

E 620-625

Histaminintoleranz - Tab. Farbstoffe, die bei Histaminintoleranz ungünstig sind

Amaranth

E 123

Chinolingelb

E 104

Cochenillerot

E 120

Erythrosin

E 127

Indigotin

E 132

Kurkumin

E 100

Lactoflavin

E 101

Patentblau

E 131

Tartrazin   

E 102

Histaminintoleranz - Tab. Medikamente, die bei Histaminintoleranz ungünstig sind

Förderung der Freisetzung von Histamin:

ASS (Acetylsalicylsäure), z.B. Aspirin®
NSAR (Nicht-Steroidale Antirheumatika), z.B. Voltaren®
Muskelrelaxantien (Muskelentspannungsmittel)

Hemmung des Abbaus von Histamin:

Acetylcystein (Schleimlöser ACC)
Ambroxol (Schleimlöser, z.B. Mucosolvan®)
Amitryptilin (z.B. Saroten®)   
Chlroroquin (Malaria- und Rheumamittel, z.B. Resochin®)
Clavulansäure (Antibiotikum, z.B. Augmentin®)
Isoniazid (Tuberkulosemittel)      
Metamizol (Schmerzmittel, z.B. Novalgin®
Metoclopramid (MCP, z.B. Paspertin®)     
Propafenon (Antiarrhythmikum, z.B. Rytmonorm®)
Theophyllin (Asthmamittel, z.B. Euphyllin®)
Verapamil (Blutdruckmittel, z.B. Isoptin®)

Bei den Medikamenten, die Histamin freisetzen, ist besonders fatal, dass einige Medikamente sogar zur Behandlung von Darmbeschwerden eingesetzt werden. Beispiele: Bei krampfartigen Bauchschmerzen wird nicht selten Metamizol verordnet, ebenso Metoclopramid (wer kennt nicht die Paspertin-Tropfen bei Übelkeit?), bei einem diagnostizierten Reizdarm ist als Psychopharmakon Amitryptilin sogar das schulmedizinische Mittel der Wahl. Stellen Sie sich nun doch einmal vor, dass kein Reizdarm, sondern eine Histaminintoleranz vorliegt und der Arzt hat Ihnen eines der besagten Mittel gegeben - dann haben wir den Bock zum Gärtner gemacht.

Wie bei allen anderen beschriebenen Darmstörungen gilt auch und besonders für die Histaminintoleranz: Dran denken, danach suchen und dann gezielt behandeln!

Wie kann ich eine Histamintoleranz erkennen?

Wenn Sie bei den beschriebenen Lebensmitteln Verdauungsprobleme bekommen (und vielleicht durch die erwähnten Zusatzstoffe und Medikamente eine Verstärkung der Beschwerden erfahren), dann ist die Histaminintoleranz schon sehr wahrscheinlich.

Die Untersuchung von Histamin in Blut oder Urin (nur während oder kurz nach dem Auftreten akuter allergischer Symptome!) kann dann sinnvoll sein. Unabhängig von der Provokation mit histaminreichen oder –freisetzenden Lebensmitteln kann auch das Enzym Diaminoxidase im Blut bestimmt werden.

Histaminintoleranz - Hemmung der Diaminoxidase

Einige Alkoholika enthalten nicht nur viel Histamin (z.B. ein alter, gut gelagerter Chianti), sondern – schlimmer noch – der in ihnen enthaltene Alkohol wird zu Acetaldehyd abgebaut, welches wiederum die Funktion der Diaminoxidase beeinträchtigt. Rauchen ist der Gesundheit ohnehin nicht zuträglich (z.B. Herzinfarkt, Krebs) – aber das weiß ja inzwischen jedes Kind. Was aber auch viele Raucher nicht wissen: Auch Bauchbeschwerden können über das Histamin durch das Rauchen entstehen. Wenn Sie schon nicht den möglichen Herzinfarkt in zwanzig Jahren verhindern möchten (weil dies zu weit weg und zu bedrohlich ist, wird dies natürlicherweise verdrängt), dann wären vielleicht die aktuellen Bauchbeschwerden ein Grund, den Nikotinmissbrauch (es gibt keinen vernünftigen „Gebrauch“!) zu beenden und den Alkoholkonsum einzuschränken - wenn er denn hoch ist und das ist bei mehr als einem Drink täglich (kleine Flasche Bier, Glas Rotwein, Gläschen Likör oder Schnaps) bereits der Fall. Fatal ist auch, dass histaminreiche Lebensmittel nicht nur durch das Histamin selbst zu Beschwerden führen können, sondern auch noch die Histamin abbauende Diaminoxidase behindern, also doppelt ungünstig wirken.

Histaminintoleranz - Tab. Sinnvolle Diagnostik bei Histaminose

Bestimmung der Diaminoxidase im Blut
Ggf. Histamin in Blut oder Urin (nur während bzw. kurz nach aktuellen Beschwerden)
Magnesium, Zink, Kupfer (im Vollblut)
Vitamin B6 (im Vollblut, unterstützt die Diaminoxidase)
Vitamin D (im Serum, unterstützt die Kalziumaufnahme)

Wenn die Diaminoxidase niedrig ist, dann kann es sich auch lohnen, im Blut (Vollblutanalyse!) nach Vitamin B6 und Zink und zu fahnden. Dabei ist die Vollblutuntersuchung unbedingt vorzuziehen. Ein Mangel an diesen lebenswichtigen Nährstoffen führt zu einer verminderten Funktion der Diaminoxidase und ist daher unbedingt zu behandeln.

Behandlung der Histaminintoleranz

Wenn eine Histaminintoleranz nachgewiesen wurde oder aufgrund der Unverträglichkeit Histamin enthaltender oder freisetzender Lebensmittel, Genussmittel oder Medikamente wahrscheinlich ist, müssten Sie die Substanzen der aufgeführten Listen weitgehend meiden.

Zusätzlich kann man Nährstoffe einsetzen, die die Diaminoxidase unterstützen und damit den Abbau von Histamin fördern. Dies sind Vitamin C, B6, Zink und Magnesium, Kalzium.

Tab. Therapie der Histaminintoleranz

►◄  entsprechende Lebensmittel meiden
►◄  Nikotin ganz meiden
►◄  Alkohol nur selten und in kleinen Mengen
►◄ 
Zusätzliche Zufuhr von Vitamin C, z.B. 3x1/4 TL tgl., Magnesium 150-300 mg und
         Kalzium 1000 mg (siehe Kap. Therapie Allergie)

►◄ 
Bei nachgewiesenem Diaminoxidasemangel auch Vitamin B6, z.B. Vitamin B6
          Hevert® Tabl. 1x tgl., bei gutem Ansprechen später evtl. Reduktion auf einmal pro
          Woche

►◄ 
Ebenso Zink, z.B. Cefazink® 10 1-3x tgl. ½ Stunde vor einer Hauptmahlzeit

Weitere Informationen zu Allergien und Lebensmittelintoleranzen finden Sie hier:
Allergien - Teil 1 und Teil 2: www.1-allergien.de und www.1-allergien.de/allergie/
Fruktoseintoleranz: www.lebensmittelunvertraeglichkeiten.de/fruktoseintoleranz/
Laktoseintoleranz: www.lebensmittelunvertraeglichkeiten.de/laktoseintoleranz/
Glutenunverträglichkeit: www.1-sprue.de/glutenunvertraeglichkeit/ 


Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

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In diesem Buch (14,95 € in jedem Buchladen) können Sie auch noch einmal alles Wichtige über Histaminintoleranz und weitere Verdauungsstörungen nachlesen. 

Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz.

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