Laktoseintoleranz – Typische Symptome erkennen

Artikel aktualisiert am 06.11.2017

LaktoseintoleranzBei einer Laktoseintoleranz führt der Genuss von Lebensmitteln, die Milchzucker enthalten, üblicherweise zu Beschwerden. Je nach Ausprägung der Unverträglichkeit, lassen sich diese meist nicht lange ignorieren.

Häufig sind unangenehme Begleiterscheinungen auf den Magen-Darm-Trakt bezogen, doch auch eine unspezifische Symptomatik ist nicht ungewöhnlich.

Bei welchen Symptomen Sie hellhörig werden sollten, treten sie gehäuft nach Verzehr milchzuckerhältiger Produkte auf, erfahren Sie hier.

Beschwerden im Magen-Darm-Trakt

Bauchschmerzen

Bauchschmerzen können unterschiedlich gelagert sein und quälende Ausmaße annehmen. Dumpf, brennend, stechend oder drückend, schaffen sie es durchaus, das Allgemeinbefinden deutlich zu beeinträchtigen. Ob mittig, oben oder unten lokalisiert – unangenehm werden sie an jeder Stelle des Magen-Darm-Trakts empfunden.

In manchen Fällen nehmen sie gar einen krampfartigen Verlauf. Ursächlich sind im Zusammenhang mit Laktoseintoleranz meist Gasansammlungen, die schwer entweichen können. Dies macht sich durch deutliches Schmerzaufkommen bemerkbar.

Blähungen und Blähbauch

Niemand spricht gerne darüber, doch gerade bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie einer Laktoseintoleranz stehen sie ganz oben auf der Beschwerdeliste: Darmwinde!

Aufgrund fehlender Aktivität des Enzyms Laktase (siehe auch: Laktase-Präparate – sinnvoll bei Laktoseintoleranz?), wird Milchzucker unverdaut in den Dickdarm transportiert und dort von Bakterien zersetzt. Hierbei entstehen ungewöhnlich große Mengen an Gas.

Nachdem diese auf irgendeine Art und Weise entweichen müssen, neigen Betroffene zu starken Blähungen (Flatulenz).

Grundsätzlich entsteht beim Verdauungsvorgang immer Gas und dessen Entweichen ist nichts Ungewöhnliches. In der Regel bemerkt man daher recht deutlich, wann die Angelegenheit gesundheitlich bedenkliche Züge annimmt.

Leider ist gerade diese Symptomatik mit einem gewissen gesellschaftlichen Tabu verbunden, was dazu führt, dass sie nicht selten selbst im Anamnesegespräch verheimlicht wird. Auch versuchen Betroffene vermehrt, Blähungen zurückzuhalten. Schmerzhafte Dehnungen im Darmbereich sind die Folge, der wohlbekannte Blähbauch (Meteorismus).

Völlegefühl

Oft gehen sie Hand in Hand: Blähungen bzw. Blähbauch und ein unangenehmes Völlegefühl! Der Magen-Darm-Trakt wird als übervoll und drückend empfunden. Das äußert sich häufig in Überdehnung und Vorwölben des Bauchbereichs.

Bei Überlastung des Verdauungssystems durch zu üppige Mahlzeiten (vor allem fett- und zuckerlastig) kommt dies durchaus vor, ist also nichts Unbekanntes. Auch in Bezug auf hormonelle Schwankungen (PMS, Wechseljahre) ist Völlegefühl nicht ungewöhnlich.

Tritt es jedoch wiederholt und dabei scheinbar völlig ohne Grund (keine üppigen, fetthaltigen Mahlzeiten oder hormonellen Beschwerden) auf, sollte man der Sache auf den Grund gehen.

Es empfiehlt sich hier, den Speiseplan im Hinblick auf laktosehaltige Lebensmittel in den Fokus zu stellen.

Hörbare Darmgeräusche

Darmgeräusche sind stets vorhanden, da Verdauung ein laufender Prozess ist.

Durch Bewegung von Darm (Peristaltik) und Darminhalt kommt es zu vernehmbaren Geräuschen. Jeder kennt diese glucksende Geräuschkulisse bzw. deutliches Magenknurren bei Hunger.

Geht die Intensität dieser Geräusche über ein Normalmaß hinaus, spricht man von einem pathologischen Befund.

Der Arzt kann der Sache durch gezielten Druck im Bauchraum mit dem Stethoskop auf den Grund gehen. Gerade bei Lebensmittelintoleranzen kommt es häufig zu dauerhaft lauten Geräuschen durch die vermehrte Darmaktivität. Im Fachjargon spricht man dann von Borborygmi.

Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit (Nausea) und Erbrechen (Emesis) sind Symptome, die unterschiedlichste Ursachen haben können. Als einmaliges Ereignis bei verdorbenem Magen oder Lebensmittelvergiftung sowie beschränkt auf einen bestimmten Zeitraum bei Infekten oder Schwangerschaft, sind sie bekannt. So mancher reagiert auch auf Aufregung, Ekel sowie Angstzustände mit Übelkeit und Erbrechen.

Übelkeit macht sich meist als unangenehmes Gefühl im Oberbauch bemerkbar, häufig begleitet von Appetitverlust, vermehrtem Speichelfluss und Brechreiz.

Die Bandbreite reicht von einem leicht drückenden Gefühl bis hin zu einer deutlichen Einschränkung des Allgemeinbefindens. Beide Symptomatiken, Übelkeit sowie Erbrechen, werden durch das sogenannte Brechzentrum im Gehirn gesteuert.

Treten unangenehme Beschwerden in Form von Übelkeit und Erbrechen vermehrt nach Genuss milchzuckerhältiger Produkte auf, sollten Sie dem also unbedingt nachgehen.

Durchfall und Verstopfung

Durchfall kann, ebenso wie der gegenteilige Prozess (Verstopfung), Anzeichen für eine bestehende Laktoseintoleranz sein.

Wie bereits beschrieben, entstehen bei der Zersetzung von Laktose durch Darmbakterien große Mengen Gas (Kohlendioxid, Wasserstoff und Methan) im Dickdarm.

Der Körper hat hier seinen eigenen Regulationsmechanismus und leitet vermehrt Wasser in den Darm ein.

Die Folge sind Durchfälle, die durchaus auch bereits fünfzehn Minuten nach Genuss milchzuckerhältiger Lebensmittel auftreten können.

Manchmal liegen aber auch Stunden oder gar ein ganzer Tag dazwischen, wodurch der Verdacht einer Milchzuckerunverträglichkeit nicht sofort entsteht.

Generell sollten bei Auftreten ungewöhnlicher Durchfälle immer auch Überlegungen in Bezug auf Lebensmittelunverträglichkeiten angestellt werden.  

Eher seltener reagieren Betroffene mit Verstopfung. Dies geschieht in der Regel dann, wenn im Darm sehr große Mengen Methan produziert werden, da diese die Darmbewegung stark drosseln.

Unspezifische Symptome

Bei einer Laktoseintoleranz kann es auch zu einer unspezifischen Symptomatik fernab des Magen-Darm-Bereichs kommen. Fehlen Beschwerden im Verdauungstrakt, fällt es deutlich schwerer, den Zusammenhang zu einer Lebensmittelintoleranz festzustellen. Diese bleiben dann nicht selten unerkannt.

Unspezifische Anzeichen für eine Milchzuckerunverträglichkeit können Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder auch nächtliches Schwitzen sein.

Die tatsächliche Ursache ist nicht zweifelsfrei geklärt, es ist allerdings anzunehmen, dass durch Zersetzung von Laktose entstehende Abfallprodukte entsprechend negativ im Blutkreislauf wirken.

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