Laktoseintoleranz: Laktosefreie und -arme Käsesorten

Artikel aktualisiert am 15.12.2018

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Laktosehaltiger und laktosefreier Käse

Die Diagnose Laktoseintoleranz ist mit vielen Unsicherheiten und noch mehr Fragen verbunden. Nicht wenige Betroffene gehen grundsätzlich davon aus, dass sämtliche Milchprodukte von nun an tabu sind. Beim täglichen Einkauf greifen sie automatisch zu laktosefreien Spezialprodukten.

Nun, bei manchen Produkten macht das durchaus Sinn, aber längst nicht bei allen. Warum laktosefreier Käse im Grunde genommen meist überflüssig ist und worauf man bei bestehender Laktoseintoleranz beim Einkauf achten sollte, das erfährst du hier.

Laktoseintoleranz: Von Laktosegehalt und individuellen Toleranzgrenzen

Je nach Ausprägung der Laktoseintoleranz, vertragen viele Betroffene einen mehr oder weniger geringen Anteil an Laktose.

Selten ist das laktosespaltende Enzym Laktase, das im Darm zu finden ist, zur Gänze inaktiv. In Kombination mit einer entsprechenden Ernährungs- und Lebensweise verfügen also viele Betroffene über eine individuelle Toleranzspanne, innerhalb derer Laktose vertragen wird.

In der Praxis bedeutet das, dass Nahrungsmittel, die geringe Mengen Milchzucker enthalten, nicht dauerhaft vom Speiseplan gestrichen werden müssen.

Leider lassen sich – nicht nur – Betroffene von dem Irrglauben leiten, dass sämtliche Milchprodukte wohl automatisch entsprechend hohe Mengen Laktose enthalten müssen.

Viel zu rasch werden in Folge beliebte Nahrungsmittel wie Butter oder unterschiedliche Käsesorte auf die schwarze Liste gesetzt. Solche Erzeugnisse gönnt man sich dann allenfalls als teure Spezialprodukte mit dem Zusatz „laktosefrei“. Nicht immer aber ist das notwendig!

Käse bei Milchzuckerunverträglichkeit: Laktosegehalt oftmals kaum vorhanden

Klassisches Beispiel für einen solchen Irrglauben ist Käse. Der Grund, weshalb unterschiedliche Milchprodukte auf das Verdauungssystem unterschiedlich wirken? Je länger sie reifen, desto geringer ist ihr Anteil an Milchzucker. Mit zunehmender Reifungsdauer wird Laktose nämlich abgebaut (und so beispielsweise in Milchsäure umgewandelt).

Das erklärt, weshalb Vollmilch bei bestehender Laktoseintoleranz besonders schwere Symptome auslösen kann, während lange gereifte Käsesorten gut vertragen werden. Während bei ersterer der Milchzuckeranteil nämlich ganz besonders hoch ist, ist er bei Käsesorten mit langer Reifungsdauer praktisch nicht mehr vorhanden.

Laktosefreier Spezialkäse ist meist überflüssig

Das macht deutlich, dass nicht alle laktosefreien Spezialprodukte, wie man sie im Supermarkt findet, auch wirklich notwendig sind.

Wichtig ist, dass man als Betroffener Wissen darüber gewinnt, welche Milchprodukte grundsätzlich vermieden oder durch laktosefreie Produkte ersetzt werden sollten und welche demgegenüber ohne Bedenken auf den Speiseplan gesetzt werden können.

Wichtig: So ist ein Großteil aller Käsesorten durch die lange Reifungszeit von Natur aus ganz oder fast laktosefrei. Das beantwortet die Frage: „Ist Käse immer laktosefrei?“

Solchen Käse als laktosefreies Spezialprodukt anzubieten und ungleich mehr Geld dafür zu verlangen, das sollte kritisch hinterfragt werden. Verbraucherzentralen in verschiedenen Teilen Deutschlands tun übrigens genau das!

Was fehlt sind nämlich gesetzliche Regelungen zur Ausweisung von Produkten als „laktosefrei“ oder „laktosearm“.

Darüber hinaus müssen lediglich einzelne Milchbestandteile angegeben werden, aber die exakte Menge an Laktose (und das ist für Menschen mit einer Laktoseintoleranz relevant) bleibt offen. So wandert unnötigerweise laktosefreier Spezialkäse in den Einkaufswagen oder laktosefreie Butter wird aufs Brot geschmiert.

Unterschiedliche Käsesorten haben einen unterschiedlichen Laktosegehalt

Wie schon beschrieben, beeinflusst die Reifungsdauer von Käse dessen Laktosegehalt.

Wichtig: Während bei Hartkäsesorten, die viele Monate lang reifen, der Milchzucker in der Regel zur Gänze abgebaut ist, kann Weichkäse (wenige Wochen Reifezeit) noch geringe Mengen Laktose enthalten und Frischkäse ist für Menschen mit Laktoseintoleranz in vielen Fällen ungeeignet.

Darin ist nämlich durchaus noch recht viel Milchzucker enthalten.

(Nahezu) Laktosefreier Käse

  • Appenzeller
  • Schafs-/Ziegenkäse (länger als sechs Monate gereift)
  • Emmentaler
  • Greyerzer
  • Cheddar
  • Raclette-Käse
  • Edamer
  • Gouda
  • Tilsiter
  • Butterkäse
  • Bergkäse
  • Bavaria Blu
  • Jerome
  • Limburger Käse
  • Münsterkäse
  • Feta
  • Camembert
  • Geheimratskäse
  • Brie
  • Parmesan
  • Roquefort
  • Winzerkäse

Käse mit spürbarem Laktosegehalt

  • Frischkäse
  • Ziegenfrischkäse
  • Schafsfrischkäse
  • Hüttenkäse
  • Rahmkäse
  • Molkenkäse
  • Schmelzkäse
  • Mascarpone
  • Quark

Zum Abschluss noch ein Tipp: Ist auf der Käseverpackung 0,0 Gramm Kohlenhydrate angegeben, dann kannst du davon ausgehen, dass der Käse laktosefrei ist!

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