Laktoseintoleranz bei Babys und Kindern: Symptome, Erkennung, Therapie

Artikel aktualisiert am 17.05.2018
Laktoseintoleranz

Wie äußert sich eine Laktoseintoleranz bei Babys und Kindern?

Bei Säuglingen und Kleinkindern bedarf eine Laktoseintoleranz besonderer Aufmerksamkeit.

Zwar tritt sie in den ersten Lebensjahren nicht besonders häufig in Erscheinung, tut sie es jedoch, sind Symptome nicht immer klar zu deuten.

Eine Austestung gestaltet sich außerdem schwierig. Im Ernstfall ist die Anpassung des Speiseplans das Um und Auf, um eine entsprechende Entwicklung gewährleisten zu können.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass eine Laktoseintoleranz bei Babys und Kleinkindern selten auftritt.

Laktoseintoleranz bei Babys und Kleinkindern

Gerade in den ersten Lebensjahren ist Milch schließlich das Hauptnahrungsmittel, das für Wachstum und Entwicklung sorgt. Mutter Natur hat es so eingerichtet, dass vor allem in dieser Zeit die notwendige Laktaseproduktion auf Hochtouren läuft.

Hat man als Elternteil jedoch den Eindruck, dass die Aufnahme von (Mutter-)Milch beim Sprössling zu Beschwerden führt, ist Handeln gefragt.

Schließlich muss einer möglichen Gedeihproblematik entgegengewirkt werden.

Milchzuckerunverträglichkeit bei Kindern: nicht einfach zu erkennen

Bei Intoleranzen in Bezug auf Babys und Kinder ergibt sich die Problematik, dass das Erkennen und Einschätzen möglicher Symptome ungleich schwieriger als bei Erwachsenen ist.  

Merke: Bis zu einem gewissen Alter ist man voll und ganz auf Beobachtung angewiesen. Doch auch Kinder, die schon sprechen können, können Schmerz nicht immer klar benennen, oder lokalisieren ihn an anderer Stelle als er tatsächlich auftritt.

Nicht selten kommt es außerdem vor, dass Eltern vermuten, das Kind leide unter einer Intoleranz, doch in Wirklichkeit sind andere Gründe ursächlich für die Beschwerden (Wachstumsschübe, Zahnen, Erkrankungen,…).

Gerade bei Säuglingen treten Magen-Darm-Problematiken überdies schlicht und ergreifend dadurch auf, dass der Darm noch nicht vollständig ausgereift ist.

Vor allem bei frühgeborenen Kindern lässt sich dies beobachten. Meist gibt sich eine solche Problematik innerhalb der ersten Lebenswochen wieder von selbst.

Ähnlichkeiten und Unterschiede zu erwachsenen Betroffenen

Eine Laktoseintoleranz bei Kindern hat grundsätzlich dieselben Gründe wie bei Erwachsenen: Es ist zu wenig (funktionsfähige) Laktase (Enzym zur Spaltung des Milchzuckers) im Dünndarm vorhanden. Als vollständiges Molekül gelangt der Milchzucker in den Dickdarm. Dort sorgen Zersetzungsprozesse und vermehrtes Einleiten von Flüssigkeit für typische Beschwerden. 

Die Symptomatik ist recht ähnlich jener erwachsener Betroffener, trotzdem sind einige Besonderheiten beziehungsweise Abweichungen zu beachten:

Grundsätzliches Beschwerdebild:

  • Unwohlsein, Völlegefühl
  • Bauchschmerzen, Blähbauch, Blähungen
  • Durchfälle, Übelkeit/Erbrechen

Besonderheiten in der Symptomatik bei Säuglingen/Kindern:

  • Unruhe, Blässe, Konzentrationsabfall
  • Anhaltendes Schreien, scheinbar ohne Grund
  • Verweigerung der Nahrungsaufnahme
  • Gedeihstörungen

Werden entsprechende Symptome beim Kind beobachtet, sollte unverzüglich der Kinderarzt konsultiert werden. Bei Kindern, die älter als 10 Jahre sind, ist eine Laktoseintoleranz bei wiederkehrenden Bauchschmerzen die zweithäufigste Ursache.

Feststellen einer Laktoseintoleranz bei Kindern

Merke: Je jünger ein Kind ist, desto schwieriger ist es, eine Laktoseintoleranz mit gängigen Diagnoseinstrumenten festzustellen (vorausgesetzt, es handelt sich nicht um die genetische Form der Milchzuckerunverträglichkeit).

Laktoseintoleranz bei Kindern: Testverfahren nur bedingt einsetzbar

Der klassische H2-Atemtest oder auch der Belastungstest scheiden bei Säuglingen und kleinen Kindern aus.

Selbst bei älteren Kindern ist die Diagnosestellung mit Hilfe dieser Testverfahren schwierig. Immerhin müssen gewisse Parameter eingehalten werden, was in jungen Jahren häufig schwer fällt beziehungsweise unmöglich ist (Nüchternbleiben über längeren Zeitraum, Trinken der Zuckerlösung, entsprechend langes Blasen ins Messgerät).

Möglichkeit zur Feststellung einer Laktoseintoleranz bei Kindern

Bei Verdacht einer Milchzuckerunverträglichkeit bei Säuglingen oder kleinen Kindern empfehlen Fachärzte meist, über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen auf laktosehaltige Milch bzw. Nahrungsmittel zu verzichten.

Für Babys gibt es laktosefreie Fläschchennahrung, die auf Rezept erhältlich ist. Kinder halten im Prinzip dieselbe laktosefreie Diät wie Erwachsene ein.

Da Milchzucker in vielen Produkten versteckt ist, wo man ihn nicht vermutet (Wurstwaren, Fertigprodukte, Saucen etc.), ist unbedingt eine Ernährungsberatung oder entsprechende fachliche Aufklärung von Erziehungsberechtigten anzuraten.

Bessern sich durch den Verzicht auf laktosehaltige Lebensmittel die Beschwerden, scheint eine Laktoseintoleranz wahrscheinlich.

Es empfiehlt sich jedoch in jedem Fall, ebenfalls auf eine Milcheiweißallergie zu testen. Diese tritt nämlich gerade bei Säuglingen und Kindern weitaus häufiger auf und äußert sich durch ähnliche Symptome wie eine Laktoseintoleranz.

Laktoseintoleranz bei Kindern: Therapie

Wurde beim Kind eine (erworbene) Laktoseintoleranz festgestellt, muss in jedem Fall auf eine möglichst laktosearme Ernährung geachtet werden. Die Erziehungsberechtigten sollten Beratung in Anspruch nehmen, um Kenntnis über entsprechende Ernährung zu erhalten.

Wichtig ist es, eine optimale Kalziumzufuhr im Blick zu haben, um altersentsprechende Entwicklung gewährleisten zu können.

Merke: Wie beim Erwachsenen auch, kann nach einer gewissen Karenzphase vorsichtig getestet werden, welche Mengen an Laktose problemlos vertragen werden. Gerade bei Kindern empfiehlt es sich, hier regelmäßig auszutesten, da die Wahrscheinlichkeit gegeben ist, dass sich die Laktaseproduktion von selbst wieder erholt (z.B.: wenn ein unreifer Darm ursächlich war).

Wichtig ist es, das Kind altersgemäß darüber aufzuklären, auf welche Produkte es im Alltag verzichten muss und auch jene Personen mit ins Boot zu holen, die in die Ernährung des Sprösslings involviert sind (Verwandte, Kinderbetreuungseinrichtung, Babysitter,…).

Laktoseintoleranz? Auch andere Ursachen in Betracht ziehen

Nachdem eine Milchzuckerunverträglichkeit bei Kindern – wie bereits beschrieben – relativ selten auftritt, macht es bei bestehender Symptomatik Sinn, auch andere Gründe in Erwägung zu ziehen. Einige davon wurden in diesem Beitrag bereits erwähnt.

Der Vollständigkeit halber folgt hierzu eine kleine Übersicht:

  • Milcheiweißallergie
  • Unreifer Darm/Anpassungsproblematik nach der Geburt
  • Entzündliche Darmerkrankungen
  • Wachstumsschub, Zahnen
  • Andere Intoleranzen (z.B. Unverträglichkeit von Fruchtzucker) oder Allergien
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