Histaminintoleranz – Typische Symptome erkennen

HistaminintoleranzBevor die Diagnose einer Histaminintoleranz gestellt wird, haben Betroffene häufig einen langen Leidensweg hinter sich.

Typisch für diese Erkrankung, die sich durch einen Mangel des Enzyms DAO (Diaminoxidase) im Darm auszeichnet, ist eine wahre Bandbreite an unangenehmen Symptomen, die nicht immer richtig eingeordnet werden können.

Ähnlichkeiten zu Beschwerdebildern verschiedener Lebensmittelintoleranzen oder -allergien erschweren die Diagnosestellung zusätzlich.

Unangenehme Begleiterscheinungen der Intoleranz sind darauf zurückzuführen, dass der Körper den Botenstoff Histamin unzureichend abbaut. Die Symptomatik kann sehr unterschiedlich gelagert sein und ist individuell verschieden ausgeprägt.

Häufigkeit einer Histaminintoleranz
Schätzungen und Umfragen zufolge leiden ca. 1-3 % der erwachsenen Bevölkerung an einer Histaminintoleranz. Der Großteil der Betroffenen ist weiblich und um die 40 Jahre oder älter, was sich hauptursächlich durch die Abnahme der weiblichen Geschlechtshormone begründet.

Die gängigsten Beschwerdebilder in Bezug auf eine bestehende Histaminintoleranz haben wir nachfolgend für Sie aufbereitet.

Histaminintoleranz: vielfältige Symptome in unterschiedlicher Ausprägung

Bei einer Histaminintoleranz treten Beschwerden häufig bereits kurz nach Genuss histaminhaltiger Lebensmittel (Alkohol, Kaffee, Rohwurst, Tomaten, Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Schokolade,… weitere Lebensmittel findest du in der Histamin-Tabelle) auf, können aber auch einige Stunden auf sich warten lassen.

Die Symptomatik zeichnet sich durch eine wahrhaft große Bandbreite aus. Häufig ist sie im Magen-Darm-Bereich lokalisiert, äußert sich aber nicht selten auch durch Schnupfen/laufende Nase, Kopfschmerzen (bis hin zu Migräne), Hautausschläge oder Asthma.

In besonders schweren Fällen kann es zu Beschwerden im Herz-Kreislauf-System kommen. Und auch im Zusammenhang mit unangenehmen Symptomen während der Menstruation sowie Wechseljahre spielt Histamin durchaus eine Rolle!

Histaminunverträglichkeit: Symptome im Magen-Darm-Trakt

Bei einer Histaminintoleranz sind Beschwerden besonders häufig auf den Magen-Darm-Bereich bezogen. Der Genuss histaminhaltiger Lebensmittel ist mit unangenehmen Begleiterscheinungen verbunden, die durchaus quälenden Charakter annehmen können.

Auch eine Kombination mit Symptomen aus anderen Bereichen (Haut/Nervensystem/Herz-Kreislauf-System) ist nicht ungewöhnlich.

Bauchschmerzen und Magenkrämpfe

Grundsätzlich sind Bauchschmerzen und Magenkrämpfe keine Erkrankung, die für sich steht, sondern als Begleiterscheinung zu sehen. Als Symptome einer Histaminunverträglichkeit treten Schmerzen und Krämpfe im Bauchbereich relativ häufig auf und das in unterschiedlicher Ausprägung.

Für sich stehend, oder in Kombination mit Übelkeit, Blähungen sowie Durchfällen, zeigen sie an, dass der Körper mit dem Übermaß an Histamin schwer zurecht kommt.

Blähungen

Blähungen, vor allem in stark ausgeprägter Form, sind Betroffenen unangenehm und werden aus diesem Grund häufig verschwiegen. Dabei zählen sie zur klassischen Symptomatik einer Histaminintoleranz.

Durch die gestörten Abbauprozesse des Botenstoffs kommt es zu vermehrter Gasbildung im Darmbereich. Dieses Gas muss auf irgendeine Weise entweichen! Blähungen, gemeinhin auch als Darmwinde oder Flatulenzen bezeichnet, sind die Folge.

Je nach Ausprägungsgrad der Histaminunverträglichkeit, können Blähungen äußerst schmerzhaft und anhaltend sein beziehungsweise in Kombination mit anderen Symptomen im Magen-Darm-Bereich (Durchfälle, Übelkeit, Krämpfe) auftreten.

Bei begründetem Verdacht einer Intoleranz sollten übermäßige Blähungen also unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen

Durch eine Histaminintoleranz bedingte Bauchschmerzen und Blähungen sind nicht selten mit generellem Unwohlsein, Übelkeit und Brechreiz verbunden. Durch das Übermaß an Histamin im Körper ist es außerdem nicht ungewöhnlich, dass es zum Erbrechen kommt.

Durchfälle

Auch Verdauungsbeschwerden wie wiederkehrende Durchfälle sind ein klassisches Symptom einer bestehenden Histaminintoleranz. Der Körper reagiert auf das Übermaß an Histamin mit dem Freisetzen von Flüssigkeit, was häufigen Stuhlgang in breiiger Konsistenz sowie anhaltende Durchfälle zur Folge hat.

Darüber hinaus können durch den Anstieg des Histaminspiegels im Körper auch Symptome wie Oberbauchschmerzen, Völlegefühl oder Sodbrennen auftreten.

Histaminunverträglichkeit: Anzeichen an der Haut

Viele Betroffene beschreiben die Rotfärbung der Haut als eine typische Reaktion auf die Unverträglichkeit. Dieses Symptom, auch als „Flush“ bezeichnet, tritt bei einer Histaminintoleranz tatsächlich gehäuft auf. Darüber hinaus sind Juckreiz, Nesselsucht und Quaddelbildung typische Anzeichen in Bezug auf die Haut.

Histaminintoleranz: Symptome der Atemwege

Bei einer bestehenden Intoleranz werden unterschiedliche Symptome der Atemwege nach Genuss histaminhaltiger Lebensmitteln beschrieben.

Diese können sein:

  • leichtes Kribbeln
  • verstopfte Nase
  • vermehrtes Niesen
  • fließender Schnupfen

Als besonders starke Reaktionen treten hier auch Atemnot beziehungsweise Asthmaanfälle auf.

Unverträglichkeit gegen Histamin: Wirkung auf das Nervensystem

Kann der Körper Histamin nicht entsprechend abbauen, reagieren Betroffene häufig mit Kopfschmerzen, Migräneanfällen oder diffusem Schwindelgefühl. Schmerzzustände im Kopfbereich lassen sich dadurch erklären, dass Histamin an den dortigen Blutgefäßen wirkt (H1-Rezeptoren).

Ferner beschreiben Betroffene auch Beschwerden wie Müdigkeit, Verwirrtheit oder Konzentrationsabfall.

Histaminintoleranz: Reaktionen im Herz-Kreislauf-System

Besonders schwerwiegende Wirkung kann eine Histaminunverträglichkeit auf das Herz-Kreislauf-System ausüben. Hier können Symptome wie Blutdruckanstieg, Blutdruckabfall, Herzrasen sowie Herzrhythmusstörungen einen potentiell lebensbedrohlichen Zustand hervorrufen.

Histaminunverträglichkeit aus gynäkologischer Sicht

Eine Histaminintoleranz kann sich außerdem in gynäkologischen Symptomen niederschlagen. Zwar ist das Feld noch recht wenig erforscht, doch Wissenschaftler haben längst einen Zusammenhang zwischen dem weiblichen Sexualhormon Östrogen und dem Botenstoff Histamin festgestellt.

Viele Beschwerden, die Frauen während der Regelblutung quälen, sind identisch mit jenen einer Histaminunverträglichkeit: Kopfschmerzen, Migräne, Krämpfe oder Müdigkeit, um nur einige zu nennen.

Leiden Frauen während der Periode in erhöhtem Ausmaß an jenen Symptomen, sollte durchaus die Möglichkeit einer Histaminintoleranz in Betracht gezogen werden.

Darüber hinaus ist ein Zusammenhang zwischen Beschwerden während der Wechseljahre und Histaminunverträglichkeit gegeben.

Bei vielen Frauen kommt es zeitgleich mit der typischen Hormonumstellung im Klimakterium zu ersten Symptomen einer Histaminintoleranz. Nicht verwunderlich also, dass statistisch gesehen am häufigsten Frauen jenseits der 40 mit einer Histaminunverträglichkeit zu kämpfen haben.

Eine erfreuliche Nachricht gibt es für alle Frauen, die an Histaminunverträglichkeit leiden: Für die Zeit der Schwangerschaft verschwinden die typischen Beschwerden meist gänzlich! Der Grund? Das Enzym Diaminoxidase wird vermehrt gebildet, um ein Abstoßen des Fötus zu verhindern!

Facebooktwittergoogle_pluspinterestmail