Histaminintoleranz – Konsum von Kaffee und Alkohol möglich?

Artikel aktualisiert am 06.11.2017

Kaffee bei HistaminintoleranzKaffee oder auch ein gutes Glas Rotwein sind deutlich histaminhaltig. Bedeutet dies bei bestehender Histaminintoleranz automatisch lebenslangen Verzicht oder ist eine Reduktion der stark histaminhaltigen Getränke ausreichend?

Damit möchten wir uns in diesem Artikel näher beschäftigen.

Histaminunverträglichkeit: Ursachen und Symptome

Histaminintoleranz ist nicht angeboren, sondern entwickelt sich im Laufe der Zeit. Da es eine deutliche Häufung bei Frauen ab dem 30. Lebensjahr gibt, geht die Wissenschaft davon aus, dass unter anderem eine Reduktion weiblicher Sexualhormone zu den Ursachen zählt. Ebenso besteht ein Zusammenhang zwischen Histaminintoleranz und Pollenallergie sowie chronischen Magen-Darm-Beschwerden.

Eine Histaminunverträglichkeit führt zu unangenehmer Symptomatik nach Genuss gewisser Lebensmittel.

Die Beschwerden reichen von Juckreiz und Hautveränderungen über Beeinträchtigungen im Verdauungssystem bis hin zu Schlafschwierigkeiten, Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen oder gar Migräne.

Therapie: Reduktion histaminhaltiger Produkte

HistaminintoleranzEinige Nahrungs- und Genussmittel müssen bei bestehender Histaminunverträglichkeit eingeschränkt oder ganz weggelassen werden.

Neben Hartkäse, Hefeprodukten, Dosenfisch (v.a. Thunfisch), Erdbeeren, Kiwi, Spinat oder Tomaten, kann leider auch der allseits beliebte Kaffee Symptome auslösen. Ebenso macht sich ein gutes Glas Rotwein bei Betroffenen nicht selten unangenehm bemerkbar.

In der Histamin-Tabelle (PDF-Dokument zum Download) findest du 100 Lebensmittel, die verträglich, meist verträglich und unverträglich sind.

Doch muss bei bestehender Histaminintoleranz tatsächlich auf den heiß geliebten Frühstückskaffee verzichtet werden? Und sollte man den guten Rotwein lieber ungeöffnet lassen? Mehr erfahren Sie folgend.

Nicht jeder Kaffee ist histaminhaltig

Aufatmen ist angesagt! Betroffene reagieren auf das Koffein im Kaffee, das zu vermehrter Ausschüttung von Histamin führt. Kaffeegenuss ohne Koffein ist bei bestehender Histaminintoleranz also kein Problem. Symptome sind hier keine zu erwarten.

Zum Glück gibt es am Markt mittlerweile durchaus gute Kaffeesorten, die ohne Koffein auskommen und dabei keineswegs an Geschmack einbüßen. Auch in vielen Cafés und Restaurants ist standardmäßig Kaffee ohne Koffein auf der Getränkekarte zu finden. So steht selbst unterwegs dem Kaffeegenuss nichts im Wege.

Alternativ kann auch bei Getreidekaffee zugeschlagen werden. Dinkel ist hier besonders beliebt.

Wenn es doch Koffein sein soll

So manchem Kaffeeliebhaber treibt die Vorstellung von entkoffeiniertem Kaffee Schweißperlen auf die Stirn. Muss es bei bestehender Histaminunverträglichkeit tatsächlich fortwährend koffeinfrei sein? Oder darf beim Frühstückskaffee eine Ausnahme gemacht werden, um schwungvoll in den Tag zu starten?

Eine Histaminintoleranz ist stets eine individuelle Sache, sprich, Toleranzgrenzen können sehr unterschiedlich gelagert sein. Es empfiehlt sich, nach Diagnose, eine gewisse Karenzphase einzuhalten, in der auf sämtliche histaminhaltige Lebensmittel verzichtet wird. Danach kann durch langsames Herantasten die persönliche Toleranzgrenze ermittelt werden.

Führen Betroffene nach dieser anfänglichen Karenz koffeinhaltigen Kaffee schrittweise ein, werden sie rasch ein Gefühl dafür entwickeln, wie viel Kaffee ohne Symptomatik vertragen wird. In manchen Fällen sind 1-2 Tassen pro Tag kein Problem. Es gilt also, die individuelle Grenze herauszufinden.

Empfohlen wird außerdem Espresso. Als Wachmacher eignet er sich hervorragend für den gelungenen Start in den Tag, enthält dabei aber weniger Koffein als vergleichbare Kaffeesorten. Im Espresso-Kocher zubereitet, reduziert sich auch die Wahrscheinlichkeit, unbeabsichtigt Histaminrückstände mitzukochen. Dies kann bei Vollautomaten durch Verschmutzungen durchaus der Fall sein.

Und wie ist das mit Alkohol?

Bei bestehender Histaminintoleranz ist im Hinblick auf Alkoholgenuss Vorsicht geboten. Fruchtige Cocktails (Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Kiwi) oder ein gutes Glas Rotwein können deutliche Symptome hervorrufen. Doch während man bei Cocktails gut auf Alternativen umschwenken kann, ist das bei Rotwein nicht ganz so einfach. Oder etwa doch?

Keine Sorge! Auf ein gutes Glas Wein muss tatsächlich nicht verzichtet werden! Eine Alternative stellt etwa Weißwein dar, der weniger Histamin enthält, und von vielen Betroffenen (in Maßen genossen) gut vertragen wird. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift auf histaminarmen Wein zurück, der im Fachhandel zu finden ist. Geschmacklich ist hier nämlich kein Unterschied festzustellen. Auf diese Weise kann selbst ein feiner Schluck Rotwein bedenkenlos genossen werden.

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