7 natürliche Antihistaminika bei Histaminintoleranz

Artikel aktualisiert am 08.03.2019

Histaminintoleranz

Natürliche Mittel zur Hemmung der Histaminproduktion

Eine Histaminintoleranz hat eine ganze Reihe unangenehmer Symptome zur Folge. Diese reichen von Müdigkeit und Kopfschmerzen über Rötungen und Hautausschläge bis hin zu diffusen Magen-Darm-Beschwerden. Der Grund?

Durch einen Enzymmangel wird der Botenstoff Histamin im Darm unzureichend abgebaut.

Doch Betroffene stehen der Problematik nicht grundsätzlich hilflos gegenüber.

Mit geeigneter Ernährung oder entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln, die rezeptfrei erhältlich sind, lässt sich die Histaminproduktion gezielt hemmen. Einige dieser natürlichen Antihistaminika möchten wir nachfolgend vorstellen.

Zink

Zink-Quellen

Zinkhaltige Lebensmittel

Bei einem Überschuss von Histamin im Körper ist man mit einer Extraportion Zink gut beraten. Generell ist dieses wichtige Spurenelement bei vielen Menschen zu wenig vorhanden.

Das sollte man rasch ändern, denn Zink sorgt für einen reibungslosen Stoffwechsel.

Als natürliches Antihistaminikum verringert es die Freisetzung von zu viel Histamin aus den Mastzellen und sorgt zusätzlich für den Abbau von Histamin. Das vielseitige Spurenelement findet sich in Nahrungsmitteln, die viel Eiweiß enthalten.

Kalzium

Kalzium durch Mandeln

Mandeln als Kalzium-Lieferant

Auch Kalzium ist bestens geeignet, um die Histaminproduktion im Körper auf natürliche Art und Weise zu hemmen und überschüssiges Histamin abzubauen.

Nicht nur in Milch/Milchprodukten ist Kalzium enthalten, wie die Werbung seit Jahrzehnten suggeriert, es gibt eine ganze Reihe von wohlschmeckenden und gesunden Lebensmitteln, die stark kalziumhaltig sind und sich leicht in den Speiseplan einbauen lassen. Viele Produkte sind überdies zusätzlich mit Kalzium angereichert (Frühstückscerealien, Getränke, Sojaprodukte).

Vitamin C

Vitamin C durch Acerola

Acerola als Vitamin C-Quelle

Vitamin C (Ascorbinsäure), ein wasserlösliches Vitamin, ist eines der wichtigsten natürlichen Antihistaminika.

Im Körper unterstützt es Stoffwechselprozesse aller Art und sorgt unter anderem dafür, dass Histamin rasch gehemmt wird und Immunreaktionen gestoppt werden.

Zusätzlich wirkt es entzündungshemmend. Vorsicht jedoch bei Vitamin-C-Präparaten. Zwar können diese hilfreich sein, um den individuellen Bedarf zu decken, in hohen Dosen auf einmal eingenommen, kann es jedoch zu Durchfällen kommen.

Vitamin B6

Vitamin B6 hilft im Körper ganz natürlich dabei, Histamin zu senken, indem es positiv auf das histaminabbauende Enzym DAO wirkt.

Verschiedene Lebensmittel sind reich an Vitamin B6, sodass sich der Speiseplan gut variieren lässt.

Vorsicht bei der Zubereitung der Nahrungsmittel!

Vitamin B6 ist stark wasserlöslich und kann durch übermäßiges Braten oder Kochen viel seiner Wirkkraft einbüßen. Dünsten, Dämpfen oder Blanchieren ist vor allem bei Gemüse empfohlen.

Bioflavonoide

Bioflavonoide sind auch als sekundäre Pflanzenstoffe bekannt und dem Stoffwechsel sehr zuträglich. In unterschiedlichem Ausmaß kommen sie in nahezu allen Obst- und Gemüsesorten vor.

Vor allem das bekannte Bioflavonoid Quercetin wirkt stark als natürliches Antihistaminikum, indem es die Histaminausschüttung drosselt und obendrein entzündungshemmend wirkt.[1]

Viel Quercetin findet sich in

  • Apfel
  • Beeren
  • Trauben
  • rote Beete
  • Nüsse
  • Pflanzensamen
  • Tee
  • Liebstöckel
  • Grünkohl
  • Kapern
  • Zwiebel

Wasser

Ein wesentliches natürliches Antihistaminikum ist Wasser.

Histamin ist nämlich wasserlöslich. Wird dem menschlichen Körper zu wenig vom wertvollen Nass zugeführt, kann sich das in Form einer übermäßig hohen Histaminkonzentration rächen.

Die empfohlene Tagesdosis von 2-3 Litern Flüssigkeit (1,5 Liter Wasser und knapp 1 Liter über feste Nahrungsmittel[2]) sollte also zwingend eingehalten werden, um den Histaminhaushalt im Gleichgewicht zu halten.

Bei bestehender Histaminüberempfindlichkeit beziehungsweise -intoleranz empfiehlt sich außerdem, auf kohlesäurehaltige Flüssigkeit zu verzichten.

Der Vorteil von natürlichen Antihistaminika

Der Vorteil natürlicher Antihistaminika liegt klar auf der Hand: Die Nebenwirkungen klassischer (chemischer) Antihistaminika entfallen.

Diese Präparate schlagen sich häufig auf den Kreislauf oder Magen-Darm-Bereich nieder beziehungsweise verursachen sie starke Müdigkeit.

Sind die Beschwerden durch eine Histaminunverträglichkeit also moderater Natur, empfiehlt es sich, auszuprobieren, inwiefern mit natürlichen Nährstoffen/spezieller Ernährung die Problematik etwas eingedämmt werden kann. Bei all diesen Überlegungen sollte aber natürlich der Austausch mit entsprechenden Professionen (Arzt, Ernährungsberater) nicht ausbleiben.


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Verena

Verena beschäftigt sich als Betroffene seit vielen Jahren mit Nahrungsmittelintoleranzen. Begonnen hat bei ihr alles mit einem langwierigen Darminfekt. Daraus resultierten eine Laktoseintoleranz und Fruktosemalaborption. Im Lauf der Jahre kam noch eine Weizenunverträglichkeit hinzu. Durch viele Eigenstudien, der ein oder anderen Hilfestellung und einer konsequenten Ernährungsumstellung kommt sie mit den Unverträglichkeiten inzwischen gut durch ihren Alltag und möchte anderen Betroffenen helfen.

3 Comments
  1. Leide an Histaminintoleranz,Laktoseimtoleranz und vielen anderen Allergien. Kriege Flash ’s und Herzrhythmusstörungen. Nehme regelmäßig 1 Gramm Vit.C über den ganzen Tag verteilt und 10 mg Ceterizin regelmäßig.

  2. Ich leide ebenfalls an Histaminintoleranz. Bekomme ebenfalls Flash’s, sowie asthmatische Hustenanfälle, Herzkreislaufprobleme, Schwindel, Schweißausbrüche, Durchfälle und Erbrechen, Sodbrennen… Durch den kompletten Verzicht auf hochprozentige Alkoholika, Rotwein, naturtrübe Biere (Weizenbier etc.) oder Kölsch und nur gelegentlich mal 1-2 kleine Pils oder Radler, dafür aber mindestens 2 Liter Mineralwasser und Tee pro Tag, habe ich schon eine starke Besserung meiner Beschwerden erreicht. Des Weiteren versuche ich verstärkt auf meine Ernährung zu achten (kompletter Ausschluss bestimmter Lebensmittel bzw. seltener Genuss mancher Lebensmittel). Bei Bedarf, wenn z.T. o.g. Symptome auftreten (man hat ja nicht immer Einfluss auf alle Zutaten in Speisen z.B. Restaurantbesuch, Feierlichkeiten) nehme ich 10 mg Cetirizin-ADGC am Abend über 2-3 Tage ein.
    Da ich nun schon seit Jahren von meiner Intoleranz weiß, ist mir etwas ganz Besonderes aufgefallen: Sobald ich in südlichen Ländern Urlaub mache, kann ich viele zuhause gemiedene Lebensmittel ohne besondere Probleme vertragen. Hier meine ich im Besonderen: Jede Art von Meeresfrüchten, Tomaten, Knoblauch usw. oder sogar Rotwein (in Maßen).

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