Gluten: Ist das Klebereiweiß schädlich & ungesund für uns?

Artikel aktualisiert am 17.05.2018

Gluten – gefährlich und ungesund?Unangenehme Symptome im Magen-Darm-Bereich, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Appetitstörungen und sogar deutliche Mangelerscheinungen: Häufig sind Gluten der Grund allen Übels!

Körperliche Reaktionen auf diesen Inhaltsstoff nehmen in unseren Breitengraden zu, was zu vermehrter Auseinandersetzung mit Krankheitsbildern wie Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) oder Glutensensitivität führt.

Doch was ist Gluten eigentlich genau und was daran ist nicht bekömmlich? Dem wollen wir in folgendem Beitrag auf den Grund gehen.

Was ist Gluten und wo kommt es zum Einsatz?

Gluten ist im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde und doch ist häufig nicht bekannt, worum es sich dabei handelt. Man versteht darunter eine bestimmte Eiweißmischung, die in unterschiedlichen Getreidesorten enthalten ist.

Vor allem in Verbindung mit Wasser verfügt Gluten über eine hohe Bindefähigkeit, weshalb man es auch unter dem Namen Klebereiweiß kennt. Damit liegt sein Einsatz auf der Hand: Es sorgt dafür, dass sich Getreidemehl gut zu Teig verarbeiten und backen lässt (siehe auch: Glutenfrei backen – glutenfreie Mehle).

Gluten ist in vielen Getreidesorten zu finden sowie in Nahrungs- und Genussmitteln, denen Getreide zugesetzt ist (Milchprodukte, Süßigkeiten, Bier, Malzkaffee,…).

Merke: Nachdem es in der Lebensmittelindustrie gerne als Aromaträger eingesetzt wird, findet sich das Klebereiweiß darüber hinaus in Produkten, in denen man es nicht vermuten würde (Tiefkühlgemüse, kandierte Früchte, Gewürzmischungen, Fertigsuppen,…)

Auswahl an Getreidearten, die Gluten enthalten:

  • Weizen
  • Roggen
  • Hafer
  • Gerste
  • Dinkel
  • Grünkern
  • Kamut
  • Bulgur
  • Couscous

Weitere glutenhaltige und glutenfreie Lebensmittel haben wir in dieser Liste zusammengestellt.

Was ist an Gluten ungesund?

Auch, wenn ein momentaner Ernährungstrend das Gegenteil vermuten lässt: Gluten als solches ist weder gesund noch ungesund. Vielmehr reagieren manche Menschen auf das Klebereiweiß mit mehr oder weniger stark ausgeprägten Symptomen.

Ist das der Fall, muss der Sache unbedingt auf den Grund gegangen werden. Nicht selten sind nämlich Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) oder Glutensensitivität ursächlich.

Bei beiden Erkrankungen führt der Genuss von Gluten zu einer ähnlichen Symptomatik. Beschwerden im Magen-Darm-Bereich treten ebenso auf wie Unruhe, Schwäche, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Nährstoffmangel.

Im Falle einer Zöliakie lassen sich zudem entzündliche Prozesse an der Darmschleimhaut feststellen und die Darmzotten bilden sich zurück.

Unter diesen Voraussetzungen (Unverträglichkeit, Sensitivität) ist der Genuss von glutenhaltigen Produkten zweifelsfrei nicht gesund für den Körper und muss unterbunden beziehungsweise reduziert werden.

Durch eine glutenfreie Ernährung ist es möglich, die Darmgesundheit wieder herzustellen und die Symptomatik zu bessern beziehungsweise zu beseitigen.

Was ist eine Glutenunverträglichkeit und wer ist davon betroffen?

Wie bereits erwähnt, geht die Unverträglichkeit von Gluten mit einer Reihe unangenehmer Symptome einher. Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfälle, Gewichtsverlust, Kopfschmerzen, Schwäche oder Nährstoffmangel, um nur einige zu nennen.

Auf das eigentlich unbedenkliche Klebereiweiß reagieren Dünndarm und Immunsystem mehr oder minder stark. Entzündliche Prozesse im Darmbereich sind ebenso ein Anzeichen der Zöliakie wie der Rückgang der Darmzotten. In Folge können Nährstoffe nur unzureichend aufgenommen werden.

In Bezug auf Glutenunverträglichkeit läuft die Forschung auf Hochtouren. Vieles ist noch nicht restlos geklärt. Momentan geht man davon aus, dass Zöliakie eine Mischung aus Allergie und Autoimmunerkrankung ist, mit deutlicher genetischer Komponente.

Auftreten von Glutenunverträglichkeit
Frauen sind häufiger betroffen als Männer und es gibt zwei deutliche Spitzen, was den Zeitpunkt des Krankheitsausbruchs betrifft: innerhalb der ersten Lebensjahre beziehungsweise zwischen 25 und 40 Jahre.

Festgestellt wird die Zöliakie mittels Antikörpertest im Blut und einer Dünndarmbiopsie. Die Umstellung auf glutenfreie Ernährung gilt momentan als gängige Therapieform. Auf diese Weise regeneriert der Darm und die Symptome lassen sich gut in Schach halten.

Zöliakie: Wie ist es mit der Häufigkeit bestellt?

Gerade in jüngster Zeit macht es den Anschein, als nehme die Zahl jener, die auf Gluten mit unangenehmen körperlichen Symptomen reagieren, zu. Das ist so nicht ganz richtig!

Über viele Jahre ging man davon aus, dass die Anzahl der Mitteleuropäer, die an einer Zöliakie leiden, bei etwa 1:1000 liegt. Mittlerweile muss das korrigiert werden, die Dunkelziffer ist hier hoch.

Nicht nur Zöliakie als Erkrankung steht im Fokus, auch die immer häufiger beschriebene Glutensensitivität ist Thema, wenn es um unangenehme Symptomatik nach dem Genuss bestimmter Getreideprodukte geht.

Alleine in Bezug auf Zöliakie geht man mittlerweile gar schon von einer Häufigkeit von etwa 1:100 aus, wie die Deutsche Zöliakiegesellschaft berichtet.

Aussagen zur Häufigkeit beziehungsweise die Diagnosestellung selbst sind dadurch erschwert, dass die Anzeichen einer Glutenunverträglichkeit häufig recht unspezifisch oder unzureichend ausgeprägt sind, sodass der Verdacht gar nicht erst aufkommt.

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